Markenwerk GmbH

Retail App

Mobile payment plus

Proof-of-concept-Prototype für ein bargeldloses Bezahlsystem mit Mehrwertprogramm.

Projekt

Retail App

Kunde

card performance GmbH

Disziplinen

Architektur, Konzeption, UX-Design, Interface-Design, Realisierung

Retail App

Mitte 2012 kontaktierte der Zahlungsverkehrsdienstleister card performance das Markenwerk mit einer Bitte um Unterstützung. Ihre Vision des „mobile payment“ – dem bargeld- und geldbörsenlosen Bezahlen per Smartphone – sollte einen ersten Schritt in die Realität versetzt werden.

Produktdesign und Konzeption

Die Idee, mit der card performance in diesem aufkeimenden Markt Fuß fassen wollte, umfasste nicht bloß die reine Zahlungabwicklung. Um neue Kunden zur Teilnahme zu motivieren und eine langfristige Kundenbindung zu erzielen, sollen Kunden gezielt mit Waren- und Wertgutscheinen für ihren Einkauf belohnt werden.

Mobile UI Zahlungsmittel
Skeuomorphismen waren 2012 brandheiß:
Auswahl Zahlungsmittel in der mobilen Kunden-Anwendung

Im Grunde so, wie dies bei vielen Läden bereits gemacht wird, die zusammen mit dem Kassenbon passende Coupons für einen nächsten Einkauf verteilen, jedoch mit dem Bonus für den Händler, das Einkaufsverhalten von wiederkehrenden Kunden beobachten und statistisch auswerten zu können; natürlich pseudonymisiert und unter Beachtung des strengen Datenschutzrechts in Deutschland.

Abgerundet durch einen Fillialfinder und aktuelle Angebote für teilnehmende Händler sollte mit der Retail App ein Einkaufshelfer für den Endkunden aus einem Guss entstehen.

Zur Umsetzung einer solchen Idee braucht es neben dem einen oder anderen Händler, der sich für diese Vision begeistern lässt, ein Konzept mit technischer Hand und wirtschaftlichem Fuß.

Unsere erste Mission bestand demnach darin, ein Umsetzungskonzept zu erstellen, in dem in der nötigen Genauigkeit skizziert ist, wie die beteiligten Komponenten – das sind die kundenseitigen Smartphone-Apps, die Kassensysteme der Händler, der Webservice zur Abwicklung der eigentlichen Zahlungen mit den Banken und ein Webservice, der alles zusammenführt – miteinander kommunizieren, welche Daten dabei übermittelt und gespeichert werden und generell, wie die wesentlichen Anwendungsfälle vonstattengehen sollen.

Mit einer Auflistung weiterer Funktionspunkte des Systems, Gedanken zur Betriebs- und Datensicherheit, einer geeigneten Wachstumsstrategie für die Server-Infrastruktur und einem Zeit- und Kostenplan für eine etwaige Umsetzung des geplanten Systems, haben wir für card performance auf Rund 30 Seiten einen soliden Plan bereitgestellt.

UX- und UI-Dummy für iOS

Um eine Präsentation bei potenziellen Kooperationspartnern zu ermöglichen, sollten wir das Konzept aus Endkundensicht visuell ausgestalten und als Anschauungsobjekt eine Applikation erstellen, mit der die Verwendung der App zum Bezahlen am POI durch einen Endkunden vorgeführt werden kann.

Mobile UI

In zeitgemäß skeuomorphistischem Leder als Methapher für die Geldbörse, die alsbald obsolet werden soll, und spielerischen Elementen wie drehbaren virtuellen Kreditkarten haben wir einen Hingucker gestaltet und als Smartphone-App für Apples iPhone umgesetzt.

Jedenfalls fast.

Um die gewünschte Präsentationshilfe möglichst zügig und kostengünstig umsetzen zu können, haben wir in bestem potemkinschen Sinne eine Attrappe erstellt, mit der ein vorgegebener Ablauf aus Endkundensicht anschaulich gemacht werden kann. Dieser umfasste mit dem Registrieren und dem darauffolgenden Erhalt eines Wilkommensgutscheines sowie dessen Verwendung bei einem ersten Einkauf alle wesentlichen Funktionsmerkmale des geplanten Systems.

Im Laufe der mehrjährigen Zusammenarbeit haben wir das Markenwerk als professionellen, zuverlässigen und interdisziplinär äußerst kompetenten Partner schätzen gelernt.

Jens Hegeler, Geschäftsführer card performance GmbH

Proof of Concept

Um das am Reißbrett entworfene Konzept überprüfen zu können und damit den Weg für eine Produktiv-Umsetzung zu ebnen, haben wir in einem nächsten Schritt einen umfassenden Demonstrationsaufbau erstellt. Bestehend aus einer serverseitigen Anwendung mit minimalem Administrationsbackend, einer App für Googles Nexus 7 Tablet, das zusammen mit einem bluetoothbasiertem Barcodescanner die Rolle eines Kassensystems übernahm, und einer neuen – diesmal voll funktionsfähigen – Smartphone-App.

Auch wenn alle Komponenten hinter den Kulissen keineswegs für einen späteren Produktiveinsatz gewappnet waren, verhielt sich augenscheinlich alles so, wie dies auch bei einer späteren Umsetzung der Fall sein würde. Im Falle der Smartphone-App umfasste dies auch einen PIN-geschützten Bereich für die sensiblen Funktionen – wie die Verwaltung der hinterlegten Zahlungsmittel und natürlich der eigentlichen Bezahlfunktion – von denen die App nicht einmal zulässt, einen Screenshot zu machen. Und viel wichtiger, um interessierte Partner von der tatsächlichen Machbarkeit zu überzeugen: die Kommunikation zwischen den beteiligeten Komponenten wurde genau so umgesetzt, wie dies für eine vollständige Umsetzung konzipiert worden war.

Durch einen fortwährenden, reghaften und kritisch-konstruktiven Dialog fühlen wir uns in unseren Anliegen stets gut beraten.

Jens Hegeler, Geschäftsführer card performance GmbH

Ende vom Lied

Auch wenn das konzipierte Produkt nie das Licht des Lebens erblicken und sich nicht am Markt beweisen durfte, führte die intensive Auseinandersetzung mit der Materie sowie eine professionelle Konzeption und Umsetzung zu einem weiteren Engagement bei dem Projekt, zu dessen Gunsten die Retail App aufgegeben wurde. Sobald wir darüber schreiben dürfen, werden wir es an dieser Stelle tun.